»Schwarzes Feuer« (2/3)

Wieder einige Tage vergangen und immer noch keine neuen Informationen über Shane. Mittlerweile sucht halb Fort Tarsis nach Hinweisen. Seien es die Sentinels, Erryl und Sumner, oder auch Rythe, die Yarrow bereits auf den aktuellen Stand der Ermittlungen brachte. Yarrow war bereits auf den Weg von Antium zurück, als er die Nachricht empfing. Sobald er zurück im Fort ist, wird er sich der Suche annehmen, das versicherte er mir.

Mir wurde derzeit ein neuer Krypter zugeteilt. Gildan. Ein Mann der alten Schule. Seit über zwanzig Jahren Krypter und Yarrows Hilfe beim Kampf gegen mehrere Kriegs-Titanen nahe des Schwarzufers vor knapp zehn Jahren. Ein Beschwörer-Relikt hat damals verrückt gespielt und ehe die Arkanisten genug Daten hatten, um es einzudämmen, brach die Hölle über sie herein. Wäre Gildan nicht gewesen, hätte Yarrow sein Leben in diesem Kampf verloren.

„Freut mich Freelancer!“ Gildan hielt mir seine Hand entgegen. Ich grüßte ihn und spürte einen sehr kräftigen Händedruck. „Bereit, ein Held zu werden?“ Er lachte laut und klopfte mir auf die Schulter. „Nicht lange lamentieren. Freelancer. Es gibt Arbeit!“ Yarrow stand vor mir. „Das Dominion ist wieder aufgetaucht. Sie errichten ein Lager im Ehrental. Sorgt dafür, dass sie den Bau nicht fertigstellen können!“

„Na dann, auf gehts!“, Gildan machte sich auf den Weg zu seinem Verstärker. Ich lief zur Startrampe, um meinen Javelin kampfbereit zu machen. „Freu dich auf den Ausritt“, sagte ein Mechaniker zu mir. „Wir haben einige Modifikationen in deine Elementarmatrix eingespeist. Du kannst nun alle Elementarinsignien stufenlos durchschalten.“ – „Danke. Ich weiß zwar noch nicht was das heißt, aber ich werde es testen.“ Die Verankerungen schlossen sich und ich machte mich in meinem Storm auf den Weg. Auf der Rampe angekommen, traf ich Lucky Jak, der gerade eine neue Gravur am Arm für seinen Ranger-Javelin bekam. „Schon wieder eine Heldentat mehr, Jak? Bald musst du einen zweiten Anzug anfangen, weil die Rüstung nicht mehr durchhält.“ Lucky Jak lachte und gab mir per Handzeichen zu verstehen, dass der Witz gut ankam. „Let´s Go, Freelancer! Lass uns das Dominion auseinandernehmen!“, dröhnte Gildans Stimme in meine Ohren. Der Mann wollte definitiv keine Zeit verschenken.

Ich erhob mich in die Lüfte, gefolgt von einem Sechser-Trupp Interceptor, die als Späher rund um das Lager Stellung beziehen sollten. Yarrow würde Jani mit Verstärkung schicken, sobald wir signalisieren würden dass wir bereit für einen Angriff sind. Es fühlte sich sehr gut an, wieder meiner Arbeit nachzugehen. Und die Änderungen machen sich deutlich bemerkbar. Die Schmiede hatte grandiose Arbeit geleistet. Ich fühlte mich beweglicher, meine Schubdüsen sind leiser als vorher und die Visualisierung meiner Systeme im Visier war geordneter. Wenn ich zurück im Fort bin werde ich Zoe und ihrem Team mal ein großes Lob aussprechen.

Nahe Ehrental agierten die Interceptor blitzschnell und besetzten verschiedene Aussichtspunkte, die nur wir Freelancer kannten. Sie lagen versteckt in den Baumwipfeln, an Hängen und sogar unter Wasser. Nach der Synchronisierung ihrer Systeme rauschten die Daten durch mein Sichtfeld. Sechs kleine Bildschirme, die quasi das Sichtfeld der Kameraden zeigten. „Gildan, du empfängst alles?“ – „Jepp, Energiesignaturen, Lebenszeichen, Anzahl der Feinde. Zu meiner Zeit waren solche Manöver noch nicht möglich.“ – „Wie meinst du das?“ – „Yarrow und ich haben alles frei Schnauze gemacht, haha.“ Kein Wunder, dass es ihn beinahe den Kopf gekostet hätte.

In meinem Visier erschien ein Symbol für eine Übertragung auf einem anderen Kanal. Ich wechselte und meldete mich. „Freelancer, Erryl hier. Wir haben das Signal aus dem Datenträger entschlüsselt. Es ist definitiv das »Schwarze Feuer«. Laut den Daten die Sumner und ich archivieren konnten, wurde Shane von einem Mann entführt, der mit Talon’s Legion zusammenarbeitet.“ – „Ok, und weiter?“, fragte ich. „Das besondere war, das Shane ein paar Merkmale zu seinem Entführer dort unbemerkt speichern konnte. Immer wieder fanden wir das Wort „Gehstock“. Also musste sein Entführer eine Gehbehinderung haben.“ – „Oder eine Verletzung!“ Sumners energischer Ton schaltete sich dazu. „Weiter steht in den Daten, dass er über ein Gerät einen Javelin fernsteuern konnte.“ – „Das klingt gut. Was habt ihr noch herausgefunden?“

„Das Ungewöhnliche war in der Tat der Javelin“, fuhr Erryl fort. „ein Colossus, der so modfiziert war, ist ein Unikat und gab es bisher nur einmal. Nur ein Freelancer hatte diese Technologie für seinen Anzug konzipiert. Ein Freelancer, der im Herz des Zorns war.“ – „Meinst du etwa…“, Ich untebrach, da die Übertragung der Interceptor stoppten. „Wir reden später weiter. Danke euch!“ Ich wechselte zurück zum Kanal und rief meine Kollegen. Keine Reaktion. Anscheinend wurde ein Störsender aufgestellt und meine Kollegen konnten keine Übertragungen mehr senden. Zeit zu handeln!

Ich schleuderte einen Feuerball in die Höhe. Das Zeichen zum Angriff. Ein Schwall Raketen schoss über mir auf das Lager. Jani und ihr Team stürzten sich auf das Lager und auch die Heimlichkeit der Interceptor war nun passé. In kürzester Zeit wurde das Lager vernichtet. Die Verstärkung des Dominion konnte nichts mehr ausrichten. Zwei der Interceptor wurden durch eine Furie in die Enge getrieben. Zeit meine neuen Modifikationen auszuprobieren. Ich schleuderte einen gewaltigen Blitz auf die Furie, schaltete durch, fror sie ein mit einem Eishagel, schaltete durch, gab einen vernichtenden Feuerball in ihre Richtung. „Gute Arbeit, Kollege“, knackte Jani durch mein Com-Link. In der Tat. Diese Universalkomponente hatte aber auch seine Nachteile, wie ich merkte. Der rechte Arm meines Javelin war durch den Wechsel der Elementmagazine in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Mechaniker müssten das definitiv nochmal prüfen.

Zurück im Fort entledigte ich mich meines Storm und die Mechaniker machten sich ans Werk. Ich gab Yarrow meinen Bericht und eilte zu Sumner und Erryl. Die Informationen zu dem Entführer wiesen auf jemanden hin, der in Fort Tarsis großes Ansehen genoss. Er wurde sogar als Held von Tarsis verehrt. Wenn meine Vermutung stimmt, würde das einige Dinge wirklich verändern. Zeit dem auf den Grund zu gehen.

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1 Antwort

  1. 29. Oktober 2019

    […] Weiterlesen? Dann hier entlang!Tagebuch eines Freelancers […]

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